RASTER



Anders als in der Fotografie können beim Offsetdruck Helligkeitsunterschiede nicht direkt wiedergegeben werden. Das bedruckte Papier hat an einer bestimmten Stelle entweder Farbe oder keine Farbe. Den Fall ‚ein bisschen Farbe‘ gibt es nicht. Mit Hilfe der Rasterung kann man dem menschlichen Auge Helligkeitsunterschiede vorgaukeln. Bei einem Schwarzweiß-Bild lassen sich unterschiedliche Grauwerte simulieren, in dem eine bestimmte Anzahl von ‚kleinen Punkten‘ mehr oder weniger groß gedruckt wird. Diese ‚kleinen Punkte‘ sind in einer regelmäßigen Gitterstruktur angeordnet, die man Raster nennt.

Abbildung Raster

Im englischen Sprachraum wird die hier beschriebene Art der flächenvariablen  Rasterung als ,Halftoning‘ oder ‚Screening‘ bezeichnet. Im deutschen Sprachraum wird ‚Halftone‘ fälschlicherweise oft mit ‚Halbton‘ übersetzt. Ein Halbton-Bild ist ein ungerastertes Bild.
Diese klassische Betrachtungsweise eines Rasters mit einer regelmäßigen, meist quadratischen Gitterstruktur hat eine Rasterperiode und einen Rasterwinkel. Die Rasterperiode wird nach
DIN ISO 12647-1 auch als Rasterweite bezeichnet. Der Kehrwert der Rasterperiode wird Rasterfrequenz oder Raster feinheit genannt und in Linien pro Zen timeter (l/cm) oder lines per
inch (lpi) gemessen. Die Punktform ist in Abbildung 1 nur der Einfachheit halber als Kreis dargestellt. Es sind unterschiedliche Punktformen, wie elliptische, quadratische, rund-quadratische, rautenförmige etc. gebräuchlich, wobei die Form zwischen den hellen, mittleren und dunklen Bereichen auch noch variiert werden kann.

Der hier beschriebene Raster wird amplitudenmodulierter Raster genannt, weil bei einer festen Anzahl von Rasterpunkten nur deren Größe variiert wird. Neben Rastern mit regelmäßigen Strukturen gibt es auch Raster mit unregelmäßigenStrukturen, wie sie später in dem Kapitel über frequenzmodulierte Raster beschrieben werden. Die Kenngrößen der regelmäßigen Raster, wie Rasterfeinheit, können hier nicht verwendet werden. Oft wird die kleinste
Punktgröße als Merkmal benutzt. Üblicherweise ist die Rasterung nur ein Prozesshilfsmittel bei der Erstellung einer Drucksache, selten ist sie auch ein künstlerisches Gestaltungselement.
Entsprechend sollte sie vom Betrachter nicht oder zumindest nicht störend wahrgenommen werden. Das für den Schwarzweiß-Druck beschriebene Prinzip wird auch für den Farbdruck angewendet. Hierzu werden alle farbigen Vorlagen digital in eine Anzahl von Druckfarben zerlegt. Dies nennt man ‚Farbseparation‘. Das weitaus gebräuchlichste Verfahren ist die Zerlegung in die Farben Cyan, Magenta und Gelb. Schwarz kommt noch als vierte Farbe zur Kontrastverstärkung hinzu. Diese Farben werden auch als Prozessfarben bezeichnet. Jedes Farbbild kann mit Hilfe geeigneter Filter in Prozessfarbauszüge zerlegt und mit Hilfe der Rasterung druckbar gemacht werden. Rasterung ist die Kunst, dem menschlichen Auge nur mit den in Vollton gedruckten Prozessfarben ein farbiges, natürlich wirkendes Bild vorzutäuschen.

Wie jede Kunst, erfordert auch die Rasterung ein umfangreiches Know-how. Bevor tiefer in die Rasterverfahren eingestiegen wird, werden noch zwei grundlegende Effekte, Moiré und Farbdrift, beschrieben, die beim Übereinanderdruck von Rastern entstehen können.

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